ZVT-Kartenterminal — vendor-neutral angebunden.
Quill spricht das ZVT-700-Protokoll nativ und unterstützt Kartenterminals von Ingenico, Verifone, PAX, Hypercom, CCV und Worldline. Sie wählen Ihr Wunsch-Terminal, wir binden es an — oder Sie nehmen ein bestehendes weiter.
- Vendor-neutral — 6 große Marken unterstützt
- Print-Bridge für Android (Sunmi) und Windows-PC
- Ein Vorgang: Betrag von Quill → Terminal → Beleg + Kartenquittung in einem Druck
- Storno, Tageskontrolle, EOD direkt aus dem Quill-POS

ZVT-Protokoll — der deutsche Standard
ZVT-700 ist die Schnittstelle zwischen Kasse und Kartenterminal — ein deutscher Quasi-Standard, seit den 1990ern in Gebrauch und ständig erweitert. Wenn Sie heute eine EC-Cash-Karte einstecken, läuft die Kommunikation zwischen Kasse und Terminal über ZVT.
ZVT definiert die Byte-Sequenzen, mit denen die Kasse dem Terminal sagt: „Bitte 47,90 € abbuchen". Das Terminal antwortet: „OK, Karte angenommen, hier ist der Trace". Quill spricht das direkt — ohne Hersteller-spezifische Software.
Mit der Brutto-Erweiterung 700 kommen zusätzliche Felder dazu: BMP04 für den Betrag, Authorisation-Codes, EMV-Trace, Receipt-Daten. Quill nutzt all das, um den Karten-Trace mit dem Bon zu verlinken und im Beleg zu speichern.
Das hat einen unschlagbaren Vorteil: Sie sind nicht an einen Anbieter gebunden. Heute ein Ingenico, morgen ein Verifone — Quill spricht beide gleich.
Unterstützte Kartenterminal-Hersteller
Wir haben Quill mit folgenden Anbietern erfolgreich in Produktion. Die Liste ist nicht abschließend — alles, was ZVT-700 mit Brutto-Erweiterung kann, läuft.
Ingenico
Desk/3500, Desk/5000, Move/3500, Lane/3000 — Marktführer im deutschsprachigen Raum. Solide, häufig im Einsatz bei Telecash, Concardis. Empfohlene Standard-Wahl.
Verifone
V200c, V400m, P400 — gute Alternative, oft günstiger im Acquirer-Vertrag. Stabile ZVT-Implementierung.
PAX
A77, A920, A920Pro — Android-basierte Terminals mit Touchdisplay. Modern, mehr Funktionen, aber etwas teurer. Beliebt bei Foodtruck-Kombination.
CCV
A77, IM30 — vom dänischen Anbieter, in DACH wachsend verfügbar. Solide, gute Acquirer-Konditionen.
Hypercom
M4230, älter, aber bei Bestandskunden noch im Einsatz. Wir binden Bestands-Geräte gerne weiter an, statt zum Neukauf zu drängen.
Worldline
YOMANI, YOXIMO — vom belgischen Acquirer Worldline, größerer Marktanteil in Süd-Deutschland. ZVT-konform, läuft.
Wie das Terminal an Quill angebunden wird
Quill kommuniziert nicht direkt mit dem Kartenterminal — das macht die Quill-Print-Bridge, eine kleine Companion-Software, die zwischen Quill und Terminal vermittelt.
Print-Bridge Android (APK)
Läuft auf Sunmi-Geräten (D3 Mini, T3 Pro, V3h). Startet automatisch beim Boot, hält Verbindung zum Terminal per TCP. Komplett-Port der Windows-Bridge mit identischer ZVT-Logik.
Print-Bridge Windows
Läuft auf Windows-PCs als Service. Für Setups mit klassischem Tresen-PC und Quill im Browser. Download als pulse-winbridge.exe (155 MB), inkl. ZVT-Stack und Auto-Diagnose.
Auto-Register
Beim Bridge-Start meldet sie sich automatisch beim Terminal an — sobald Verbindung steht, ist die Kasse bereit. Manuelles Anmelden entfällt.
Heartbeat
Die Bridge prüft alle paar Sekunden, ob das Terminal antwortet. Bei Ausfall sehen Sie sofort einen Hinweis im Quill-POS, statt mitten in der Zahlung zu stehen.
Auto-Diagnose
Bei Fehlern schickt die Bridge automatisch ein Diagnose-Log an /api/print/bridge-diag — wir sehen das im Backend und können Ihnen helfen, ohne dass Sie etwas tun müssen.
Vendor-Toggles
Manche Acquirer brauchen Sonderverhalten: skip_auto_register, no_capabilities_tlv, logoff_before_close. Sind in der Bridge-Config einstellbar — default off, nur bei Bedarf aktivieren.
Was beim Kartenzahlungs-Vorgang technisch passiert
Damit Sie verstehen, was im Hintergrund läuft — und damit Sie bei Problemen wissen, wo Sie suchen müssen.
- Kassierer tippt F6 (Karte) in Quill. Quill kennt den Betrag, weiß, dass Karten-Zahlung gewünscht ist.
- Quill ruft /api/pos/terminal-pay auf. Das ist eine interne API, die den Auftrag in die Datenbank schreibt.
- Print-Bridge fragt regelmäßig /api/print/pending. Sieht den neuen Auftrag und nimmt ihn auf.
- Bridge baut ZVT-Frame: BMP04 für den Betrag, 0xBE+TLV bei Bedarf, schickt ihn per TCP ans Terminal.
- Terminal aktiviert sich: Kunde sieht Display, hält oder steckt die Karte, gibt evtl. PIN ein.
- Terminal antwortet: Authorization-Code, Karten-Trace, AID, Receipt-Daten zurück an die Bridge.
- Bridge schreibt Ergebnis in print_jobs.result_text mit allen Karten-Details.
- Quill liest das Ergebnis, ruft /api/pos/sale auf, druckt den Bon samt Karten-Trace.
- Beleg-Speicherung: Quill speichert den Karten-Beleg in der Cloud, KassenSichV-konform mit TSE-Signatur.
Für Sie als Kassierer fühlt sich das wie ein Vorgang an — aber im Hintergrund passieren neun Schritte, alle in unter zwei Sekunden.
Acquirer-Sonderfälle — Glover und Co.
Acquirer ist der Vertragspartner, der die Kartentransaktion abwickelt (Telecash, Concardis, Lavego, Worldline, Glover …). Manche Acquirer-Konfigurationen verlangen Sonderverhalten beim ZVT-Frame.
Quill bietet drei Toggles, die wir bei betroffenen Acquirer-Verträgen aktivieren:
- skip_auto_register — manche Acquirer wollen, dass die Bridge sich nicht automatisch beim Terminal anmeldet, sondern jeden Vorgang frisch authentisiert.
- no_capabilities_tlv — die TLV-Erweiterung fürs Capabilities-Feld wird unterdrückt. Manche ältere Terminal-Firmware-Versionen verstehen das nicht.
- logoff_before_close — vor Bridge-Shutdown wird ein expliziter Logoff geschickt. Acquirer, die ohne das Sitzungs-Reste hinterlassen.
In der Regel brauchen Sie das nicht. Die Standard-Toggles sind off und 95 % der Setups funktionieren damit. Wir aktivieren Sonderverhalten nur, wenn Ihr Acquirer es konkret verlangt.
Storno, Tageskontrolle und End-of-Day — alles aus Quill
Manche Kassen-Systeme zwingen Sie, das Kartenterminal separat zu bedienen für Storno oder Tagesabschluss. In Quill geht beides direkt aus dem POS — mit demselben Workflow wie eine normale Zahlung.
- Storno einer Kartenzahlung: Im Quill-Backend den Beleg öffnen, „Karten-Storno" wählen. Quill schickt den Storno-Befehl per ZVT ans Terminal, das Terminal storniert die Transaktion beim Acquirer, der Karten-Trace wird mit der Stornierungs-Quittung verlinkt. Alles im Audit-Log.
- Tageskontrolle / Anzeigen der gespeicherten Transaktionen: Per ZVT-Befehl 06 19 lassen sich die im Terminal gespeicherten Transaktionen abrufen. Quill bietet das als „Karten-Tageskontrolle" im Backend — Sie sehen sofort, ob die Anzahl in Kasse und Terminal übereinstimmt.
- End-of-Day / Kassenschluss: Per ZVT-Befehl 06 50 wird der Tagesabschluss am Terminal getriggert. Acquirer-spezifisch: manche verlangen das einmal täglich (Telecash), manche nur wöchentlich (Concardis). Quill macht das auf Wunsch automatisch beim Z-Bon.
- Authorisation Reversal: Bei abgebrochenen Zahlungen (Kunde geht weg, Beleg wurde nicht ausgehändigt) kann Quill den Vorgang per ZVT-Reversal stornieren, bevor die Buchung beim Acquirer landet. Spart Reklamations-Aufwand.
Welche Karten Ihr Terminal akzeptiert
Was Ihr Terminal akzeptiert, hängt nicht vom Hersteller (Ingenico, Verifone …), sondern von Ihrem Acquirer-Vertrag. Hier die häufigsten Akzeptanz-Kombinationen.
- girocard (EC-Cash) — Standard in Deutschland, niedrigste Gebühren. In fast jedem Acquirer-Vertrag dabei.
- Maestro / V-Pay — Debitkarten der internationalen Marken, ebenfalls günstige Gebühren.
- Visa / Mastercard Kredit/Debit — höhere Gebühren, aber für ausländische Kundschaft wichtig.
- American Express — nicht jeder Acquirer hat das. Bei Premium-Boutique sinnvoll, sonst optional.
- Apple Pay / Google Pay / Samsung Pay — laufen automatisch über die hinterlegte girocard oder Kreditkarte. Kein separater Vertrag nötig.
- JCB / UnionPay — bei Japanisch/Chinesisch-Kundschaft. Selten in DACH, bei Touristen-Geschäft sinnvoll.
Praktisch: Quill zeigt nach jeder Kartenzahlung den verwendeten Karten-Typ (AID, Application Identifier) im Beleg an — so wissen Sie, welche Kartennutzung tatsächlich vorkommt. Nach einem Quartal können Sie evaluieren, ob teure Akzeptanzen wie AmEx sich lohnen.
Wir klären das vorab.
Bevor Sie ein Terminal kaufen, klären wir mit Ihrem Acquirer (Telecash, Concardis, Lavego …) ob Ihr Wunschgerät freigeschaltet ist. Spart Frust und Versuchskäufe.
Häufige Fragen
Welche ZVT-Terminals werden von Quill unterstützt?
Quill spricht das ZVT-700-Protokoll mit Brutto-Erweiterung nativ. Damit funktionieren Geräte von Ingenico, Verifone, PAX, Hypercom, CCV und Worldline — vendor-neutral. Konkret im Einsatz haben wir z. B. Ingenico Desk/3500, Verifone V200c, PAX A920 und CCV A77.
Wie wird das Terminal an Quill angebunden?
Über die Quill-Print-Bridge — verfügbar als Android-APK (für Sunmi-Geräte) oder Windows-Bridge (für PC-Setups). Die Bridge kommuniziert per TCP mit dem Terminal, Quill sendet den Betrag, das Terminal verarbeitet die Karte, das Ergebnis kommt zurück und wird mit dem Bon zusammengedruckt.
Was passiert technisch beim Kartenzahlungs-Vorgang?
Sie tippen in Quill auf F6 (Karte). Quill sendet den Betrag an /api/pos/terminal-pay, die Print-Bridge gibt den Befehl per ZVT-Frame ans Terminal weiter, der Kunde steckt/hält die Karte. Das Terminal sendet das Ergebnis zurück, Quill speichert es als print_jobs-Eintrag und druckt den Beleg samt Karten-Trace.
Was sind Glover-spezifische Toggles?
Manche Acquirer-Konfigurationen (z. B. von Glover) benötigen Sonder-Verhalten beim ZVT-Frame: Auto-Register überspringen, Capabilities-TLV nicht senden, Logoff vor Close. Quill bietet dafür drei Toggles, die wir für betroffene Acquirer setzen — die Standard-Einstellungen funktionieren bei den meisten Setups.
Welche Karten werden akzeptiert?
Was Ihr Acquirer freigeschaltet hat. Typisch: girocard (EC), Visa, Mastercard, Maestro, V-Pay, American Express. Kontaktlos (NFC), Chip+PIN, Magnetstreifen. Apple Pay und Google Pay laufen über die girocard-/Kreditkarten-Schiene, sind also automatisch dabei.
Sprechen wir kurz über Ihr Setup?
Wir hören uns Ihre Situation an, prüfen ob Ihre bestehende Hardware ausreicht und schlagen ein passendes Set vor — kostenlos, ohne Vertrag.