Kurz erklärt: Die Cloud-TSE ist die zweite Bauform der gesetzlich vorgeschriebenen Technischen Sicherheitseinrichtung: Statt eines USB-Sticks an jeder Kasse signiert ein BSI-zertifizierter Dienst im Rechenzentrum jeden Kassenvorgang. Kosten bei Quill: 9 € netto im Monat als Add-on zu jedem Tarif (Software monatlich kündbar, Cloud-TSE mit 12 Monaten Mindestlaufzeit). Die Zertifikatspflege übernimmt der Dienst. Einen TSE-Stick, dessen Zertifikat abläuft und der getauscht werden muss, brauchen Sie nicht.
Was ist eine Cloud-TSE?
Seit der KassenSichV braucht jede elektronische Kasse in Deutschland eine Technische Sicherheitseinrichtung (TSE), die jeden Vorgang manipulationssicher signiert. Bei der Cloud-TSE läuft dieses Sicherheitsmodul nicht als Chip oder Stick an Ihrer Kasse, sondern in einem zertifizierten Rechenzentrum: Die Kasse übermittelt jeden Vorgang verschlüsselt per API, der Dienst antwortet mit Signatur, fortlaufendem Zähler und Zeitstempel - und die Kasse druckt das Ergebnis als QR-Code auf den Beleg. Für das Finanzamt ist das Ergebnis identisch mit einer Hardware-TSE; entscheidend ist allein die BSI-Zertifizierung, nicht die Bauform.

Wie funktioniert eine cloudbasierte TSE?
Signatur, Zähler, Zeitstempel - pro Bon
Jeder Kassenvorgang (Verkauf, Storno, Trainingsbuchung) geht in Echtzeit an die Cloud-TSE. Die Antwort enthält die kryptografische Signatur, den fortlaufenden Signaturzähler und den Zeitstempel - zusammen die Kette, mit der eine Betriebsprüfung nachweisen kann, dass kein Beleg gelöscht oder nachträglich verändert wurde. Alle Signaturdaten landen automatisch im DSFinV-K-Export.
Was passiert bei Internetausfall?
Ohne Internet kann eine Cloud-TSE nicht signieren, und eine Cloud-Kasse kann ohne Verbindung nicht buchen: Quill braucht eine Internetverbindung. Anders ist es, wenn nur die TSE ausfällt. Dann darf weiter kassiert werden, der Ausfall wird auf dem Beleg und im DSFinV-K-Export vermerkt (Anwendungserlass zu § 146a AO).
Cloud-TSE-Anbieter: Wer ist am Markt?
Welche TSE zulässig ist, entscheidet nicht der Kassenanbieter, sondern das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Es führt eine öffentliche Liste der zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtungen. Die folgende Übersicht gibt diese Liste für die Cloud-Produkte wieder, ohne Wertung und mit der jeweils jüngsten Zertifizierung je Produkt. Welches Produkt in Ihrer Kasse steckt, bestimmt Ihr Kassenanbieter. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach dem Produktnamen und der Zertifizierungs-ID.
| Produkt (laut BSI-Liste) | Antragsteller | Zertifizierungs-ID | Zertifiziert am |
|---|---|---|---|
| fiskaly sign Cloud-TSE | fiskaly GmbH | BSI-K-TR-0717-2025 | 31.03.2025 |
| Swissbit Cloud TSE 2 | Swissbit AG | BSI-K-TR-0612-2024 | 27.03.2025 |
| DN TSE-Cloud | Diebold Nixdorf Systems GmbH | BSI-K-TR-0826-2025 | 27.04.2026 |
| D-TRUST Web-Dienst für TSE, Version 3.1 | D-TRUST GmbH | BSI-K-TR-0524-2024 | 26.02.2024 |
| Fiskal Cloud-TSE, Version 4.0 | DF Deutsche Fiskal GmbH | BSI-K-TR-0525-2022 | 16.05.2022 |
Quelle: BSI, Liste zertifizierter Technischer Sicherheitseinrichtungen, Stand 26.09.2026. Die Liste nennt das Datum der Zertifizierung. Wie lange ein Zertifikat gilt, steht im jeweiligen Zertifikat.
Neben den Cloud-Produkten führt die Liste Hardware-TSEs, die als USB-Stick, SD- oder microSD-Karte in der Kasse stecken, etwa von Swissbit, Epson, Diebold Nixdorf und cv cryptovision. Sie brauchen für die Signatur keine Internetverbindung, sind aber an das einzelne Gerät gebunden. Einen ausführlichen Vergleich mit Preisen und Einsatzszenarien finden Sie im Beitrag Fiskaly vs. cryptovision vs. Swissbit im Detail.
Was kostet eine Cloud-TSE?
Bei Quill ist die Cloud-TSE ein transparentes 9-€-Add-on netto/Monat zu jedem Software-Paket (ab 29 €/Monat). Darin enthalten:
- Aktivierung beim Onboarding - kein Anwender-Setup, keine Einrichtungsgebühr.
- Laufender Betrieb inkl. automatischer Zertifikat-Erneuerung, bevor das Zertifikat abläuft.
- TSE-Daten im DSFinV-K-Export: abrufbar unter „Berichte → DSFinV-K-Export“.
Die Gegenrechnung Hardware-TSE: Anschaffung je Gerät, dazu der Tausch nach Ablauf der Zertifikatslaufzeit - bei mehreren Kassen oder Standorten multipliziert sich das. Eine Übersicht aller laufenden Kosten einer fiskalkonformen Kasse steht auf der Seite Fiskalisierung.
Was eine TSE über fünf Jahre kostet
Cloud-TSE und Hardware-TSE rechnen sich unterschiedlich: Die Cloud-TSE kostet einen festen Monatsbetrag, die Hardware-TSE einmal den Stick oder die Karte und später gegebenenfalls einen Ersatz. Über fünf Jahre sieht das für eine Kasse so aus:
| Variante (eine Kasse) | pro Jahr | über 5 Jahre | Was dazukommt |
|---|---|---|---|
| Cloud-TSE bei Quill | 108 € netto | 540 € netto | Aktivierung und Zertifikatspflege laufen über den Dienst, kein Gerätetausch. Software monatlich kündbar, Cloud-TSE mit 12 Monaten Mindestlaufzeit. |
| Hardware-TSE (USB-Stick oder Karte) | keine laufenden Kosten | Anschaffung des Sticks, gegebenenfalls ein Ersatz | Einbau, Tausch bei Defekt oder Zertifikatsende, Archivierung der alten TSE-Daten |
Marktpreise für Hardware-TSEs: Vergleichsmatrix im TSE-Vergleich (Marktbeobachtung Quill, Stand Mai 2026, ohne Gewähr). Alle Beträge netto.
Rein rechnerisch kann eine Hardware-TSE über fünf Jahre günstiger sein, vor allem wenn der Stick die ganze Zeit hält und kein Ersatz nötig wird. Mit der Cloud-TSE bezahlen Sie dafür, dass an der Kasse kein Modul ausfallen oder verloren gehen kann und niemand einen Stick tauschen muss. Wann bei einer Hardware-TSE ein Tausch fällig wird, hängt vom Zertifikat des jeweiligen Produkts ab. Fragen Sie Ihren Anbieter nach dem Ablaufdatum, bevor Sie rechnen.
Die Cloud-TSE richten wir bei der Einrichtung ein, das Datenblatt für die Kassenmeldung nach § 146a AO (ELSTER) liefert Quill aus dem Backend. 9 € netto im Monat, zubuchbar zu jedem Paket.
Cloud-TSE oder Hardware-TSE - was passt zu wem?
| Kriterium | Cloud-TSE | Hardware-TSE |
|---|---|---|
| Bauform | Dienst im zertifizierten Rechenzentrum | USB-Stick / SD-Karte je Kasse |
| Zertifikatswechsel | automatisch durch den Anbieter | Gerätetausch je Kasse nötig |
| Bei Defekt/Verlust | kein Gerät, das ausfallen kann | Kasse offline bis Ersatz da ist |
| Mehrere Standorte | zentral verwaltbar | je Standort eigene Sticks |
| Internet | nötig: Quill braucht eine Internetverbindung. | nicht nötig |
| Kostenmodell | monatlich (bei Quill 9 € netto) | Anschaffung je Gerät + Tauschkosten |
Faustregel: Wer eine moderne Cloud-Kasse betreibt, mehrere Kassen plant oder Zertifikatspflege nicht selbst managen will, fährt mit der Cloud-TSE einfacher. Die Hardware-TSE bleibt sinnvoll, wo dauerhaft kein verlässliches Internet verfügbar ist.
Von der Hardware-TSE zur Cloud-TSE wechseln: so läuft es
Ein Wechsel der TSE ist möglich, zum Beispiel beim Umstieg auf eine neue Kasse oder wenn ein Stick ausfällt. Wichtig ist, dass die alte TSE sauber abgeschlossen und die neue gemeldet wird:
- Daten der alten TSE sichern. Exportieren Sie die Daten der alten Kasse und TSE vollständig und bewahren Sie den Export auf. Die Aufzeichnungen unterliegen weiter der Aufbewahrungspflicht nach § 147 AO.
- Neue TSE aktivieren. Die Cloud-TSE wird im Kassensystem eingerichtet und dem Kassenplatz zugeordnet, bevor der erste Beleg gebucht wird. Bei Quill passiert das in der Einrichtung.
- Wechsel beim Finanzamt melden. Die Außerbetriebnahme der alten und die Inbetriebnahme der neuen Einrichtung melden Sie nach § 146a Abs. 4 AO über „Mein ELSTER“, und zwar innerhalb eines Monats. Quill stellt die Angaben zu Kasse und TSE als Datenblatt zusammen, einreichen tun Sie oder Ihre Steuerberatung.
- Verfahrensdokumentation anpassen. Tragen Sie ein, ab welchem Tag welche TSE im Einsatz ist. So kann ein Prüfer die Signaturen beider Zeiträume zuordnen.
Für die Kasse selbst ändert sich im Alltag wenig: Der Beleg trägt weiter Signatur, Signaturzähler und Zeitstempel, meist als QR-Code, und die Daten landen im DSFinV-K-Export.


Cloud-TSE in der Cloudkasse: so setzt Quill es um
Quill aktiviert die Fiskaly Cloud-TSE beim Onboarding - Sie sind ab Stunde 1 fiskal-konform, ohne selbst etwas einzurichten. Jeder Beleg trägt QR-Code mit Signatur, Zähler und Zeitstempel; DSFinV-K-Export, GoBD-Journal und die Vorgaben der KassenSichV sind eingebaut. Details zur TSE im Quill-Paket: TSE-Kassensystem.
Häufige Fragen zur Cloud-TSE
Was ist eine cloudbasierte TSE?
Eine cloudbasierte TSE (Cloud-TSE) ist eine Technische Sicherheitseinrichtung, deren Sicherheitsmodul in einem zertifizierten Rechenzentrum läuft statt als USB-Stick oder SD-Karte an der Kasse. Die Kasse übermittelt jeden Vorgang verschlüsselt an den Dienst und erhält Signatur, fortlaufenden Zähler und Zeitstempel zurück. Rechtlich ist sie der Hardware-TSE gleichgestellt.
Welche Cloud-TSE-Anbieter gibt es?
Die BSI-Liste zertifizierter TSE führt mehrere Cloud-Produkte, darunter fiskaly sign Cloud-TSE (fiskaly), Swissbit Cloud TSE 2 (Swissbit), DN TSE-Cloud (Diebold Nixdorf), den D-TRUST Web-Dienst für TSE (D-TRUST) und die Fiskal Cloud-TSE (DF Deutsche Fiskal). Welches Produkt in einer Kasse steckt, bestimmt der Kassenanbieter. Quill nutzt die fiskaly sign Cloud-TSE.
Was kostet eine Cloud-TSE pro Monat?
Bei Quill kostet die Cloud-TSE 9 € netto pro Monat als Add-on zu jedem Software-Paket (ab 29 €/Monat). Enthalten sind Aktivierung beim Onboarding, laufender Betrieb, automatische Zertifikat-Erneuerung und die TSE-Daten im DSFinV-K-Export. Eine Hardware-TSE kostet dagegen je Gerät in der Anschaffung und muss nach Ablauf der Zertifikatslaufzeit getauscht werden.
Ist eine Cloud-TSE rechtlich einer Hardware-TSE gleichgestellt?
Ja. Entscheidend ist die BSI-Zertifizierung der TSE, nicht die Bauform. Eine zertifizierte Cloud-TSE erfüllt die Anforderungen der KassenSichV genauso wie ein zertifizierter USB-Stick: fortlaufender Signaturzähler, Zeitstempel und kryptografische Kette je Vorgang.
Braucht die Kasse mit Cloud-TSE dauerhaft Internet?
Ja. Die Cloud-TSE signiert über das Internet, und Quill ist eine Cloud-Kasse und braucht eine Internetverbindung, zum Beispiel über WLAN oder, bei der Sunmi V3h, über 4G. Ohne Verbindung kann Quill keine Vorgänge buchen. Fällt nur die Cloud-TSE aus, darf weiter kassiert werden: Quill vermerkt den Ausfall auf dem Beleg („TSE: FEHLER“) und im DSFinV-K-Export, wie es der Anwendungserlass zu § 146a AO vorsieht.
Ist die Cloud-TSE BSI-zertifiziert?
Eine Cloud-TSE ist nur zulässig, wenn sie vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert ist. Die von Quill genutzte Fiskaly DE V2 ist BSI-zertifiziert; die laufende Erneuerung der Zertifikate übernimmt der Anbieter.
Was kostet eine Cloud-TSE über fünf Jahre?
Bei Quill kostet die Cloud-TSE 9 € netto im Monat, für eine Kasse also 108 € im Jahr und 540 € über fünf Jahre (Software monatlich kündbar, Cloud-TSE mit 12 Monaten Mindestlaufzeit). Eine Hardware-TSE kostet einmalig den Stick und gegebenenfalls einen Ersatz; die Marktpreise stehen in unserem TSE-Vergleich. Über fünf Jahre kann sie deshalb günstiger sein, braucht aber Einbau, Tausch und Archivierung am Gerät.
Kann ich von einer Hardware-TSE auf eine Cloud-TSE wechseln?
Ja. Sie sichern die Daten der alten TSE, aktivieren die Cloud-TSE im Kassensystem und melden die Außerbetriebnahme der alten sowie die Inbetriebnahme der neuen Einrichtung innerhalb eines Monats über „Mein ELSTER“ (§ 146a Abs. 4 AO). Die exportierten Daten der alten TSE bewahren Sie weiter auf.
Woran erkenne ich, ob eine Cloud-TSE zugelassen ist?
An der Zertifizierungs-ID des BSI. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik veröffentlicht eine Liste aller zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtungen mit Produktname, Antragsteller und Datum. Fragen Sie Ihren Kassenanbieter nach Produkt und ID und gleichen Sie beides mit der Liste ab.
Quellen
- BSI TR-03153: Technische Sicherheitseinrichtung für elektronische Aufzeichnungssysteme
- § 5 KassenSichV: Anforderungen an die technische Sicherheitseinrichtung
- § 146a AO: Ordnungsvorschrift für die Buchführung und für Aufzeichnungen mittels elektronischer Aufzeichnungssysteme